Palm Down

Videoinstallation, Stumm, 2014

In der Ausstellung ›Dirty Details‹ mit Stiller

Die Palme und zwischengeschalteten Sprichwörter bilden die Narration einer Beschreibung von Zuständen zwischen arbeiten wollen und nicht arbeiten können. Die drei im Film gezeigten Akteurinnen sind in einer Baustelle inszeniert. Sie stellen Figuren und Positionen dar, die (künstlerische) Produktion und Produktionsbedingungen abbilden, aber auch thematisieren sie Rollen im Beziehungsgefüge, sowie die ihnen zugrunde liegenden Geschlechterverhältnisse in der Gesellschaft und in der Kunst.

 

Die Baustelle erscheint dabei als der Ort und Zustand zwischen dem Alten und dem Neuen. Die Baustelle beschreibt den offenen Bruch zwischen dem, was vergangen ist, und dem, was es noch nicht gibt. Die Palme verweist auf die Insel, als das Bild zwischen Sehnsuchts-, Zufluchtsort und Isolation. Ein Künstlerinnen-Portrait.






Conduct

Video 14:05 Min., 4:3, found footage, Black Cube, 2013

Die Found Footage Videoarbeit ›Conduct‹ basiert auf dem Material des Dokumentarfilms ›ANTONIA: A PORTRAIT OF A WOMAN‹ (1974), von der Musikerin Judy Collins. Das Video bleibt bis auf kurze Momente dunkel, zu hören sind Teile aus Interviews und Proben mit Antonia Brico als Dirigentin. Die Aufmerksamkeit liegt auf dem Moment der Geschlechterungleichheit in der Klassischen Musik und den männlichen Geniekult in der Kunst, aber auch auf dem Dirigieren als Geste selbst. Das Imperativ, sowie die Gesten des Dirigierens sind die kurzen aufscheinenden Momente im Video.

 

Die abgefilmten Bilder und die brachiale Schnitt- und Montagetechnik ergeben einen doppelten Blick und Boden, der die Widersprüche einer facettenreichen Professionalität und Persönlichkeit einer Musikerin und ihren Ansichten zeigt und zugleich kritisch hinterfragt. Der Wunsch nach Anerkennung der künstlerischen Arbeit in der Gesellschaft wird zur Forderung, das Dunkel zu Erleuchten. Zudem wird das künstlerische Medium selbst zum Gegenstand.


La Promesse – Das Versprechen

Videoinstallation, 2 Videos, 4:3, 8:34 Min., 4:26 Min., Loop, 2013

Links ist abgefilmtes Material aus Filmen zu sehen und zu hören, u.a. von Michelangelo Antonionii ›Il desert rosso‹, aus dem der SIrenengesang zu vernehmen ist. Die Dokumentationen der Reise auf der Überfahrt des Atlantiks skizzieren die Reise als ein bürgerliches Glücksversprechen, das als Komplementär zum gesellschaftlichen Alltag erscheint.

 

Dem gegenüber ist ein Mann auf einem Segelboot. Der Mann dreht an der Segelkurbel. Der Mann aber kommt in dieser Arbeit nie an. Die Wiederholung des sich Abarbeitens schafft einen Bruch im Glücksversprechen einer Reise. Die Reise steht dabei als Ausdruck der Sehnsucht nach dem Anderen, Fremden, die eine innere und äußere Veränderung der bestehenden inneren und äußeren Realität verspricht. Durch die Technik des abfilmens, durch das Spiegeln der Kamera, wird das Medium selbst zu einer Odyssee im bürgerlichen Glücksversprechen der Kunst.



You Tube has encounter

Videoinstallation, 4:3, 7:00 Min, Loop, 2009

YOUTUBE HAS ENCOUNTER erforscht die Szene der weiblichen Spoken-Word-Aktivistinnen und deren Selbst- repräsentation im Internet auf dem Videoportal You Tube. You Tube wurde 2006 gegründet. Hintergrund der Arbeit ist die Frage danach wie Privatheit und Öffentlichkeit dort generiert sind und somit auch für Frauen neue Räume der Öffentlichkeit bereitstellt. Das Verhältnis von Reproduktion und Produktion ist für eine geschlechterspezifische Betrachtung entscheidend. Jedoch ist der neue Raum für Frauen auch an bestimmte Grenzen gebunden. Das Urheberrecht, welches mit der Veröffentlichung nicht mehr bei den Frauen liegt, sowie die von dem Unternehmen generierte Benutzeroberfläche, mit ›Tags‹ und ›Links‹ stellen eine übergeordnete Vermittlung

der ins Netz gestellten Videos dar und formen sie zugleich mit. Deshalb sind alle Videos abgefilmt und zeigen das Aneignen der Privaträume im öffentlichen Gebrauch. Ausgewählt wurden Videos, in denen Frauen ihre Position als Frauen im Spoken-Word Kontext, zum Markt sowie seinen männlichen Vertretern, ihr Verhältnis zu You Tube und den anderen Frauen in ihren Raps thematisieren und sich in ihren privaten Räumen zeigen. Wie dies von einer der Frauen selbst verstanden wird, wird durch ein Interview mit Jazzell Williams verdeutlicht, das als Teil der Arbeit auf einem Faltblatt beigelegt wird.