Damals, dann und danach

Rubbel Acryl Farbe auf Postkarte, 2017


Grow Up

Acryl auf Pappe, Serie, 2017


Palm Down

Videoinstallation, Stumm, 2014

In der Ausstellung ›Dirty Details‹ mit Stiller

Die Palme und zwischengeschalteten Sprichwörter bilden die Narration einer Beschreibung von Zuständen zwischen arbeiten wollen und nicht arbeiten können. Die drei im Film gezeigten Akteurinnen sind in einer Baustelle inszeniert. Sie stellen Figuren und Positionen dar, die (künstlerische) Produktion und Produktionsbedingungen abbilden, aber auch thematisieren sie Rollen im Beziehungsgefüge, sowie die ihnen zugrunde liegenden Geschlechterverhältnisse in der Gesellschaft und in der Kunst.

 

Die Baustelle erscheint dabei als der Ort und Zustand zwischen dem Alten und dem Neuen. Die Baustelle beschreibt den offenen Bruch zwischen dem, was vergangen ist, und dem, was es noch nicht gibt. Die Palme verweist auf die Insel, als das Bild zwischen Sehnsuchts-, Zufluchtsort und Isolation. Ein Künstlerinnen-Portrait.



Form als Möglichkeit

DIN A3, 18 Seiten, japanese binding, 2013

 

Die Fotoarbeit ›Form als Möglichkeit‹ entstand aus einer weiterführenden Auseinandersetzung mit Mandy Gehrts Arbeit

»Zwischen vierzehn und achtzehn«. In dieser Arbeit verwendete sie Bilder aus dem Buch von 1960 mit dem gleichnamigen Titel von Sonja Walter, die Mandy Gehrt als Dias projizierte. Die Fotos aus dem Buch wurden damals von Fotografinnen der

Hochschule für Grafik- und Buchkunst Leipzig bereitgestellt. Erstmalig gezeigt wurde ihre Arbeit im Skala Gesamtkunstwerk im Rahmen der Ausstellung »WOMEN ART WORK«.

 

In der Bucharbeit ›Form als Möglichkeit‹ werden diese Bilder mit Techniken der Übermalung und Überzeichnung bearbeitet. Die Aus- einandersetzung über das Verhältnis von Arbeit und Emanzipation von Frauen in der DDR ist der Versuch über die bloßen Fotografien als Archiv-, Buch- und Dokumentationsmaterial hinauszugehen. So werden sie Zitaten einflussreicher DDR-AutorInnen, wie Christa Wolf, Brigitte Reimann und Lu Märten gegenübergestellt. 


Conduct

Video 14:05 Min., 4:3, found footage, Black Cube, 2013

 

 

Die Found Footage Videoarbeit ›Conduct‹ basiert auf dem Material des Dokumentarfilms ›ANTONIA: A PORTRAIT OF A WOMAN‹ (1974), von der Musikerin Judy Collins. Das Video bleibt bis auf kurze Momente dunkel, zu hören sind Teile aus Interviews und Proben mit Antonia Brico als Dirigentin. Die Aufmerksamkeit liegt auf dem Moment der Geschlechterungleichheit in der Klassischen Musik und den männlichen Geniekult in der Kunst, aber auch auf dem Dirigieren als Geste selbst. Das Imperativ, sowie die Gesten des Dirigierens sind die kurzen aufscheinenden Momente im Video.

 

Die abgefilmten Bilder und die brachiale Schnitt- und Montagetechnik ergeben einen doppelten Blick und Boden, der die Widersprüche einer facettenreichen Professionalität und Persönlichkeit einer Musikerin und ihren Ansichten zeigt und zugleich kritisch hinterfragt. Der Wunsch nach Anerkennung der künstlerischen Arbeit in der Gesellschaft wird zur Forderung, das Dunkel zu Erleuchten. Zudem wird das künstlerische Medium selbst zum Gegenstand. 



La Promesse – Das Versprechen

Videoinstallation, 2 Videos, 4:3, 8:34 Min., 4:26 Min., Loop, 2013

Links ist abgefilmtes Material aus Filmen zu sehen und zu hören, u.a. von Michelangelo Antonionii ›Il desert rosso‹, aus dem der SIrenengesang zu vernehmen ist. Die Dokumentationen der Reise auf der Überfahrt des Atlantiks skizzieren die Reise als ein bürgerliches Glücksversprechen, das als Komplementär zum gesellschaftlichen Alltag erscheint.

 

Dem gegenüber ist ein Mann auf einem Segelboot. Der Mann dreht an der Segelkurbel. Der Mann aber kommt in dieser Arbeit nie an. Die Wiederholung des sich Abarbeitens schafft einen Bruch im Glücksversprechen einer Reise. Die Reise steht dabei als Ausdruck der Sehnsucht nach dem Anderen, Fremden, die eine innere und äußere Veränderung der bestehenden inneren und äußeren Realität verspricht. Durch die Technik des abfilmens, durch das Spiegeln der Kamera, wird das Medium selbst zu einer Odyssee im bürgerlichen Glücksversprechen der Kunst.


You Tube has encounter

Videoinstallation, 4:3, 7:00 Min, Loop, 2009

 ›You Tube has encounter‹ erforscht die Szene des weiblichen Spoken- Word und deren Selbstrepräsentation im Internet auf dem Videoportal You Tube. Hintergrund der Arbeit ist die Frage danach wie Privatheit und Öffentlichkeit bei You Tube generiert sind und somit auch für Frauen neue Räume der Öffentlichkeit bereitgestellt werden. 

 

 

Das Verhältnis von Reproduktion und Produktion ist für eine geschlechterspezifische Betrachtung entscheidend. Jedoch ist der neue Raum für Frauen auch an bestimmte Grenzen gebunden. Das Urheberrecht, welches mit der Veröffentlichung nicht mehr bei den Frauen liegt, sowie die von dem Unternehmen generierte Benutzeroberfläche, mit ›Tags‹ und ›Links‹ stellen eine übergeordnete Vermittlung der ins Netz gestellten Videos dar und formen sie zugleich mit. Deshalb sind alle Videos abgefilmt und zeigen das Aneignen der Privaträume im öffentlichen Gebrauch, sowie die ästhetische Beschaffenheit (Farbrasterung, Codierung) der beiden aufeinander reagierenden Medien. Ausgewählt wurden Videos, in denen Frauen ihre Position als Frauen im Spoken-Word Kontext, zum Markt sowie ihren männlichen Vertretern, ihr Verhältnis zu You Tube und den anderen Frauen in ihren Raps thematisieren und sich in ihren privaten Räumen zeigen. Wie dies von einer der Frauen selbst verstanden wird, wird durch ein Interview mit Jazzell Williams verdeutlicht, das als Teil der Arbeit auf einem Faltblatt beigelegt ist.